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Die Waschmaschine ist eine Vorrichtung vorwiegend zur
Reinigung von Textilien. Unterschieden werden hauptsächlich Haushaltsgeräte und
industrielle Waschmaschinen. Neben Kleidung werden auch rohe Fasern, Garne oder
Stoffe gewaschen. Das Waschen dient zur Entfernung von Verschmutzungen,
überschüssiger Farbe oder Hilfsstoffen aus dem Verarbeitungsprozess.
Die in Deutschland am meisten verbreitete Bauform von Waschmaschinen ist die
Trommelwaschmaschine, bei der sich eine Wäschetrommel um eine horizontale Achse
dreht. Man unterscheidet Toplader, bei denen die Ladeluke an der Oberseite
liegt, und Frontlader, bei denen ein Bullauge als Ladeluke an der Vorderseite
dient. Vorteil des Topladers ist, dass die Abdichtung der Tür einfacher gebaut
werden kann. Ein Frontlader kann dagegen in eine Küchenzeile eingebaut werden
und bietet auf der Oberseite Platz für eine Arbeitsfläche oder z. B. einen
Wäschetrockner.
Weltweit sind vor allem in Amerika, Asien und Australien die
Bottichwaschmaschinen verbreitet, bei denen sich ein Waschbottich um die
vertikale Achse dreht. Bei dieser Bauart verteilt sich die Wäsche gleichmäßiger
in der Trommel, wodurch größere Unwuchten wie bei horizontaler Achse vermieden
werden – eine veraltete Form ist die Hammerwaschmaschine, die sich wegen der
größeren Beanspruchung der Wäsche und wohl auch der platzgreifenderen
Konstruktion nicht durchgesetzt hat.
Eine Waschmaschine benötigt in der Regel einen Strom-, Frischwasser- und
Abwasseranschluss. Einige Waschmaschinen vermeiden das energieintensive Erhitzen
des Wassers mit Strom und verwenden stattdessen Erdgas oder werden zusätzlich an
die Warmwasserversorgung angeschlossen. Der gemessene Energiebedarf einer
Siemens Sydney 1400 bei den Einstellungen Pflegeleicht, 30 °C, 1400 U/min
Schleudern und fünf T-Shirts, sechs Oberhemden und zwei Hosen beträgt lediglich
316 Wh (vgl. Wäschetrockner).
Eine besondere Bauform ist die Kombination der Waschmaschine mit einem
Wäschetrockner in einem Gerät, ein so genannter Waschtrockner. Das
Trommelvolumen entspricht dem von Waschmaschinen, so dass bei diesen Geräten zum
Trocknen die Wäschemenge halbiert werden muss. Sie werden in der Regel ohne
Flusensiebe gebaut und nutzen Frischwasser zur Kondensation der Abluft, wodurch
der Wasserverbrauch gegenüber einer Waschmaschine erhöht ist.
Einige Waschmaschinen-Modelle besitzen eine so genannte Mengenautomatik
(Fachbegriff Fuzzy-Logik). Diese sorgt für eine genaue Dosierung des benötigten
Wassers und Spülmittel bzw. Weichspüler, sofern diese über den integrierten
Waschmittelbehälter zugeführt werden. Die Steuerung erfolgt hierbei elektronisch
und ist abhängig von der Füllmenge sowie dem gewählten Waschprogramm.
Funktionsweise der einfachen Fuzzy-Logik (herstellerübergreifend) bei
Waschmaschinen: Sobald die
beladene Maschine gestartet wird, holt die Maschine eine gewisse Menge Wasser.
Der Wasserstand wird mit einem analogen Druckwächter genau überwacht. Abhängig
von der zu waschenden Kleidung und der eingefüllten Wäschemenge saugt die Wäsche
einen gewissen Teil des eingelaufenen Wassers auf. Nach einer gewissen Laufzeit
(weniger als eine Minute) fragt die Elektronik den analogen Druckwächter ab und
ermittelt so die genaue Differenz des Wasserstandes. Durch diese Differenz
ermittelt die Elektronik tabellarisch, um welche Wäschemenge es sich handelt.
Die erweiterte Fuzzy-Logik bei Waschmaschinen berücksichtigt nicht nur den Wasserstand, sondern
ebenfalls die Anzahl der Spülgänge. Funktion: Mittels Temperatursensor für die
Laugentemperatur (NTC) wird die Temperatur nach dem Einlaufen des Wassers beim
ersten Spülgang ermittelt. Durch die Hauptwäsche befindet sich noch eine gewisse
Menge warmen Wassers in der Kleidung, die langsam in das Spülwasser übergeht.
Abhängig von der Zeit, die das Wasser zum Erreichen des höchsten
Temperaturwertes benötigt, bestimmt die Elektronik die Anzahl der noch folgenden
Spülgänge.
Seit dem Inkrafttreten der
Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung am 1. Januar 1998 sind die Hersteller
von verschiedenen Haushaltsgeräten, darunter auch Waschmaschinen, dazu
verpflichtet, jedes Gerät nach bestimmten umweltrelevanten Kriterien zu
beurteilen. Diese Beurteilung geschieht unter Laborbedingungen und führt zu
einer Einteilung des Geräts in verschiedene Klassen. Diese Klassifizierung wird
z.B. in Form des Europäischen Energielabels als Aufkleber auf dem Gerät
angebracht.
Waschmaschinen werden gemäß ihrer Energieeffizienzklasse, Waschwirkungsklasse,
und Schleuderwirkungsklasse eingeteilt. Die Bewertung in jeder Klasse erfolgt
zwischen A und G, wobei A die beste und G die schlechteste Bewertung darstellt.
Diese Bewertung bezieht sich allerdings nur auf die während des Betriebs
anfallenden Vorgänge. So wird z.B. der Stromverbrauch im Standby-Betrieb nicht
erfasst, der auf die Lebenszeit hochgerechnet bei modernen Geräten mehrere
hundert Euro betragen kann. Das Prüfsiegel Blauer Engel schließt diese Aspekte
mit ein.